Cultivated Landscapes

Landnutzung und Kulturlandschaftsentwicklung im nordhemisphärischen Afrika

Holzkohlestücke im Labor vor der Untersuchung © A. Höhn // A. Höhn

Projektart  Teilprojekt einer Verbundforschung

Laufzeit  2019 - 2025

Disziplinen  Afrikanische Archäologie

Laufzeit  2019 - 2025

Projektart  Teilprojekt einer Verbundforschung

Disziplin  Afrikanische Archäologie

Förderer  Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projekt-ID  5824

Überblick

Entstehung, Verbreitung und Entwicklung der Kulturlandschaften in westafrikanischen Savannen stehen im Fokus von “Cultivated Landscapes”. Ziel ist es ein Modell zu entwickeln, das die Beziehungen aufzeigt zwischen Kulturlandschaftsentwicklung, Umweltbedingungen und Landnutzungspraktiken, und den damit verbundenen sozialen Prozessen, wie die Übernahme bestimmter Lebensweisen und Innovationen. Anhand archäologischer Holzkohlen aus Fundplätzen in Schlüsselregionen der archäologischen Forschung, wird das Projekt die Mensch-Umwelt–Beziehungen für die Zeit zwischen 1000 v.Chr. und 1500 n.Chr. untersuchen. Verschiedene Hypothesen werden getestet:

  • Kulturlandschaften entstehen mit dem Beginn der sesshaften Lebensweise,
  • Entwicklungslinien der Kulturlandschaftsentwicklung unterscheiden sich in Abhängigkeit von sozio-ökonomischen Bedingungen und
  • in Abhängigkeit von der Umwelt; und
  • die verschiedenen Entwicklungslinien der Landnutzung führen zu einem Mosaik verschiedener Kulturlandschaften in Zeit und Raum.

Absichtlich gelegte Brände, Pastoralismus und schließlich der Anbau von Kulturpflanzen formten die afrikanischen Savannen zu Kulturlandschaften. Untersuchungen zu ihrer Geschichte, insbesondere zur Bedeutung der Landnutzungspraktiken für die Gehölzvegetation, als eine Schlüsselkomponente der Landschaft, sind bisher kaum vorhanden. Lediglich für den Sahel von Burkina Faso gibt es ein Modell der Kulturlandschaftsentwicklung: Untersuchungen archäologischer Holzkohlen im Rahmen eines interdisziplinären Projekts zeigten, dass im Verlauf des 1. Jahrtausends n.Chr., mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft, Brachzeiten verringert wurden und dass in der Gehölzvegetation der Anteil an Laubfutterpflanzen mit der zunehmenden Bedeutung von Vieh ebenfalls stieg. “Cultivated Landscapes” will die Entwicklungen nun überregional betrachten. Innerhalb von “Entangled Africa” hat das Projekt in zweifacher Hinsicht Bedeutung, denn Menschen agieren innerhalb der Landschaft, wirken aber auch auf sie ein: So ist Landschaft zum einen Bühne für die Vernetzungen zwischen den Menschen, die in diesem Raum (inter-)agieren, zum anderen ist die Landschaft aber auch verwoben mit Aktivitäten dieser Akteure, die auf die Landschaft zurückwirken. Das Projekt ist deswegen einerseits angewiesen auf die Arbeiten anderer Projekte des SPP „Entangled Africa“ und kann andererseits zu deren Erkenntnisgewinn beitragen. Informationen zu sozio-ökonomischen Systemen und zu Verbindungen verschiedener Gruppen und Regionen helfen, Muster der Kulturlandschaftsentwicklung und -ausbreitung zu erkennen. Andererseits liefert das Projekt Daten zu Umwelt und dem menschlichen Einfluss auf die Vegetation.